Drachenlord. Eine Masse Medienkompetenz.

In den sozialen Medien findet man immer wieder Geschichten über Mobbing, Swatting oder auch Erpressung und deren teilweise tragisches Ende. Aller Information zum Trotz, lassen es sich einige nicht nehmen, unbelehrbar voran zu schreiten und die Geschichte in eine Moebiusschleife zu versetzen.

Drachenlord

Drachenlord. Mittelpunkt des Universums.

Drachenlord ist ein scheinbar einfach gestrickter Mensch. Er leidet ein wenig an Selbstüberschätzung. Also unterscheidet er sich nicht sonderlich von dem durchschnittlichen Bundesbürger. Worin er sich allerdings unterscheidet ist, dass er die Eigenschaften in den sozialen Medien öffentlich zur Schau stellt.

Das hat, nicht nur bei ihm, schon in der Vergangenheit immer wieder zu einem großen Amüsement seitens einiger Zuschauer geführt. Das äußert sich in der Regel darin, dass die offensichtliche Unterbelichtung der Sender in den Kommentaren als Feature gefeiert wird. Bis letztlich die Bombe platzt und auch der letzte Depp merkt, dass er eigentlich die ganze Zeit nur von den meisten seiner Zuschauer verarscht worden ist.

Zugegeben, das kann eine Weile dauern. Je nach vorhandenem IQ. Aber irgendwann ist es garantiert so weit. Meistens dann auch mit dem Ergebnis, dass die Kanäle geschlossen werden, oder im schlimmsten Fall eine echte Depression mit allen erdenkbaren Folgen eintritt. Besonders ekelhaft wird der Umstand, wenn der Hype solcher Stubenfliegen dann auch von YouTubern mit starker Reichweite befeuert wird. Vielleicht habe die ja sonst nicht so viel zu lachen. Wer weiß.

Leider leben wir in einer Zeit, in der Medienkompetenz im Internet kein Pflichtfach in der Schule ist. Für einige bedeutet das, dass sie die ganz harte Schule der Erfahrung machen müssen. Im Fall Drachenlord sogar mehrfach. Nachdem schon mal während eines Livestreams mit ihm von einem „Verehrer“ die Feuerwehr gerufen wurde, unter dem Vorwand dass es bei ihm brennt, hat diese Erfahrung leider nicht ausgereicht, um ihm die Luken zum inneren seines Denkmuskels zu öffnen.

Nein! Er macht einer Internetbekanntschaft, die er seit einer Woche kennt, in einem Livestream! einen Heiratsantrag. Was ihn überhaupt nicht zu kratzen scheint ist die Tatsache, dass sie während des Streams ein Tuch vor ihrem Gesicht trägt. Warum sollte einen das auch zu denken geben, gelle? Nun, es kam wie es kommen musste und er wurde fett verarscht. Auf einmal springen noch zwei Deppen ins Bild und lachen sich über Drachenlord schlapp. Owned.

Cameltoe Trend

Cameltoe Trend

Die habe sich dann allerdings auch nicht die geringste Blöße gegeben, ihrer Dummheit freien Lauf zu lassen und direkt erstmal ein bisschen Promotion für sich selbst vor der Kamera gemacht. So richtig zum fremdschämen. Es hat dann einen Moment gedauert bis bei Drachenlord der Groschen gefallen ist. Dann beendete der den Chat. Leider, muss man sagen. Denn gerade wurde es erst richtig interessant. Drachenlord blieb auf Sendung und hat erstmal angefangen zu heulen. Um die Sache dann auch noch abzurunden, hat der dann z.B. Led Zepplin Musik eingespielt, um noch mal richtig eindeutig aufzuzeigen, dass ihm Copyright auch am Arsch vorbei geht.

BroadmarkBroadmark hat die Geschichte dann auch groß aufgemacht und schon zwei Artikel über Drachenlord veröffentlicht. Im zweiten Artikel kommt sogar einige Prominenz in Form von Kommentaren zu Wort. Meistens über Twitter, deren aussagekräftigen 140 Zeichen Statements seit jeher dazu beitragen, komplexe Geschichten lupenrein zu analysieren. Den Bock geschossen hat Broadmark aber mit dem ersten Artikel über den Einsatz der Feuerwehr. Dort wird eiskalt ein Link zur Homepage der Feuerwehr gesetzt, der einem bei Aufruf, die Adresse inklusive dem Satellitenbild vom Drachenlord Wohnsitz einspielt. Soviel dann zum Thema Medienkompetenz der Online Medien.

Nachdem die ganze Geschichte gerade im Netz eskaliert, setzt der Drachenlord dem ganzen noch die Krone auf. Er behauptet; das war alles von ihm geplant. – Puh, das muss ich erstmal sacken lassen. So viel Bauernschläue hätte ich ihm dann doch nicht zugetraut. Er aber freut sich über den Zuwachs von Abonnenten und legitimiert damit seine Aktion. Leider hat er wohl noch nicht gemerkt, dass er diesen Flow nur sehr schwer beibehalten kann und falls da nichts vergleichbares mehr kommt, seine „Strategie“ absolut im Sand verlaufen wird. Doch das lernt er sicherlich auch nur bei mehrfacher Wiederholung, befürchte ich mal.

FazitFazit: Es gibt eine Volksweisheit die da heißt; gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Das stimmt. Ich habe selbst in meinem Garten gesucht und kein Kräuterlein gefunden. Befremdlich finde ich, dass genau diejenigen, die sich erst latent über solche Fruchtfliegen lustig machen, nachher als Moralapostel dastehen und das vorhersehbare Ende der Geschichte dann wieder öffentlich anprangern. Nichts gegen Stubenfliegen oder Naivchen, die sich im www öffentlich zur Schau stellen und jeder Peinlichkeit hingeben. Doch sie darin bestärken, dass sie durch ihre Aktionen im Mittelpunkt des Universums stehen, wissend dass sie das gar nicht richtig verstehen KÖNNEN, ist so armselig, dass selbst der Papst die Karten bei der Absolution legen müsste. Das hilft echt nicht weiter.

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Eine Antwort auf Drachenlord. Eine Masse Medienkompetenz.

  1. nixda sagt:

    Was erwartet man von Leuten, die keine Ahnung haben und das auch noch öffentlich zur Schau stellen. Damit sind sowohl Drachenlord aber auch und vor allem all die Spackos gemeint, die sich im Netz als Social-Media-Experten oder Journalisten ausgeben, nur weil sie wie bekloppt in den den „sozialen“ Netzwerken rumhängen und den Bockmist in ihrer konzentrierten Form auch noch als Text zusammenfassen.

    Statt „blöd und bekloppt“ oder eben unerfahren wie ne Jungfrau könnte man Drachenlord ja fast schon ne geistige Behinderung attestieren, doch welche Ausrede oder Entschuldigung haben dann die selbsternannten „Experten“ oder eben „Journalisten“, die das auch noch an die große Glocke hängen? Und zu den üblichen Verdächtigen, die dazu auf twitter und Co. auch noch ihren moralischen Dünnschiss ablassen, muss man nichts sagen, weil deren Appell genauso viel Inhalt und Nachhaltigkeit hat wie deren und von ihnen verzapften Werbe-Posts und Weisheiten rund um Medien, Politik und deren vermeintlichen Lösung durch Online-Petitionen.

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