LionTTV. Probleme eines Hobbymusikers.

Betreiber von Social Media Kanälen werden in regelmäßigen Abständen bedroht. Je transparenter man sich gibt, desto größer die Angriffsfläche. Einige Drohungen sind oberflächlich und vergleichsweise harmlos. Andere hingegen haben es echt in sich. LionT erfährt gerade was es heißt, sein Fähnchen in die Öffentlichkeit zu hängen.

LionTTV

LionTTV. Foto: Julesboringlife

Die große Kunst in den Sozialen Medien, besteht in zwei wesentlichen Punkten. 1. Guten bis großartigen Inhalt zu produzieren. 2. Interaktionen des Publikums nicht derart ausufern zu lassen, dass die eigene Lebensqualität darunter leidet. Das klingt erstmal recht einfach. Doch gerade beim zweiten Punkt rutscht man sehr schnell in die Ecke des Zensors. Also durchaus eine Gratwanderung, die es zu meistern gilt. Neben dem Kerngeschäft allerdings eher eine Ablenkung auf die wohl die allermeisten gerne verzichten würden.

Haarig

Haarige Angelegenheit

Besonders haarig wird es immer dann, wenn man sich religiösen oder politischen Themen hingibt. Der Fanatismus einiger Zuschauer dort sprengt sehr oft jeden Rahmen der Vernunft. Aber auch in der Unterhaltungsbranche gibt es genug „Fans“, die ihr Erfolgserlebnis ausschließlich aus der Bedrohung und Beleidigung von Personen erlangen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen. In Zeiten des www, also der Post-Snailmail Generation, hat dieser Trend exponentiell zugenommen.

LionTTV hat seinem Unverständnis darüber, ein eigenes Video auf seinem Kanal gewidmet. „Bring dich um“. Dort sinniert er über das Unvermögen einiger Menschen, nicht nett und voller Liebe gegenüber der gesamten Welt zu sein. Ehrenwerter Versuch. Das muss man anerkennen. Aber nur eine von mehreren Möglichkeiten mit so einer Situation umzugehen. Von allen Reaktionen auf Beleidigungen und Drohungen, auch sicherlich die schwächste. Natürlich feiern ihn seine treuen Fans für so viel Ehrenrührigkeit und bekräftigen ihn dabei, diese Linie weiterhin zu vertreten.

Kehrseite der Medaille

Kehrseite der Medaille

Die kehrseite der Medaille ist, dass er damit seine Projektionsfläche gegenüber den Hatern vergrößert, weil er sich als Heulsuse outet. Das gießt Öl ins Feuer der Stalker und Trolle. Nebenbei zelebriert LionTTV auch noch öffentlich sein intimes Verhältnis zu DagiBee. Ihr richtiger Name wurde übrigens gerade via Paparazzi-Style veröffentlicht (Dagmar Nicole Ochmanczyk). Wer da glaubt, dass dies keine Konsequenzen im virtuellen und realen Lebensraum hat, tappt geistig total im Dunkeln. Dabei braucht man nur an all die Testosteron geschwängerten Zuchtbullen in der freien Wildbahn zu denken, die sich für eine bessere Partie als LionT halten. Da kann auch nicht jeder entspannt mit umgehen.

Viel Feind, viel Ehr´. So sagt man im Volksmund. Da ist viel wahres dran. Wer erfolgreich ist, muss sich eben auch mit den Schattenseiten auseinandersetzen. Ob nun ein Artikel in der BILD, mit verlinkten Video zum eigenen YouTube Kanal, die richtige Lösung ist? Die einfachere Methode, sich von hasserfüllten Kommentaren zu befreien, wäre sie einfach aus der Timeline zu löschen. Gerade YouTube bietet die Möglichkeit, nur handverlesenen Kanälen das kommentieren ohne Moderation zu erlauben. Alle anderen Kommentare müssten erst freigeschaltet werden Oder man stellt ein, dass alle Kommentare genehmigt werden müssen. Ab einer bestimmten Anzahl von Abonnenten ist diese Lösung aber nicht mehr praktikabel. Zu viel Aufwand für den Kanalbetreiber.

Ende der Eisenbahnstrecke

Blockiert

Das blockieren von Teilnehmern und sie auf eine Blacklist setzen, ist auch hilfreich und minimiert den Aufwand. Letztlich müssen die Trolle sich dann immer wieder einen neuen Account anlegen, um bei den Kommentaren durchzuschlüpfen. Die wenigsten halten das lange durch und man bereinigt dadurch seine Timeline nach und nach. Eine sehr anstregende Methode wäre, die Trolle namentlich in einem Video zu nennen, um ihnen vorzuführen wie dumm und inhaltsleer ihre Phrasen sind. Dies kann aber auch das Gegenteil von dem bewirken, was man eigentlich bezweckt und der Tanz geht dann erst richtig los. Diese Methode ist nichts für schwache Nerven. Schliesslich sagt man ja auch; „never feed the trolls“. Also wirklich nur was für Profis, die thematisch voll auf der Höhe sind.

Wenn Drohungen überhand nehmen, Adressen im Netz veröffentlicht werden und die Privatsphäre beeinträchtigt wird, hilft eigentlich nur nur der rechtliche Weg. Straftat bleibt Straftat. Das lässt sich auch nicht mit dem Alter des Zielpublikums entschuldigen. Bestimmte Grenzen dürfen einfach nicht überschritten werden. Hier sehe ich auch die Netzwerke in der Pflicht. Wenn sie ihre Stars schon abmelken, wäre ein Service durch einen Anwalt, der sich solcher Fälle annimmt, absolut nicht zu viel verlangt. Denn jeder, der sich mit Drohungen und Beleidigungen auseinandersetzen muss, hat naturgemäß weniger Zeit, um sich seinem kreativen Output zu widmen. Das kann auch absolut nicht im Sinne des Erfinders sein.

FazitFazit: Wenn jemand wie LionTTV intime Details aus seinem Leben in das www ejakuliert, darf er sich nicht wundern, wenn er einiges an Gegenwind zu erwarten hat. So jemand muss dann eben auch lernen, die richtigen Werkzeuge zu nutzen, um sein Leben und seine Kreativität nicht zu verlieren. Die Ablenkungen sind allgegenwärtig. Reisen, Geschäftstermine, Familie. Es ist allzu leicht, in der Welt des Webvideo, den Fokus aus den Augen zu verlieren. Manchmal ist es daher sinnvoll, mal ein paar Schritte zurück zu gehen, um betrachten zu können wo man denn eigentlich gerade steht. Das schärft den Blick für das wesentliche und macht den Kopf frei für die Produktion. Mit wachsender Reichweite sollte man sich auch jemanden suchen, der einem alles vom Hals hält, was vom Kerngeschäft abhält. Meistens wird dies unter dem Label „Manager“ geregelt. Hat man einen Manager und trotzdem Probleme, war er wohl nicht allererste Wahl. Während in den Zeiten der Schneckenpost die Künstler noch gut geschützt waren, was ihre Privatsphäre angeht, dauert es nun maximal 1/100 Sekunde, bis die ganze Welt weiß wo man wohnt. Dieser Umstand bedarf eines besonderen Schutzes. Jeder ist heute ein Impressumspflichtiger Unternehmer wenn er anfängt einen Euro im www zu verdienen. Somit ein leichtes Ziel für die Jäger und Sammler zu ermitteln, wie man seinem Star auf die Pelle rückt. Also zwei Klicks entfernt. Dann heißt es auch bald bei dir: „Ich weiß wo Du wohnst“.

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Eine Antwort auf LionTTV. Probleme eines Hobbymusikers.

  1. nixa sagt:

    Kleine Randnotiz nur für dich:
    Ein PewDiePie merkt jetzt erst – Jahre nachdem die User es bemerkt haben – dass man komplette Profile nachahmen bzw. äußerlich kopieren kann. Und weil er dein Video und all die anderen zu dem Thema nicht kannte, musste er jetzt ein eigenes genau zu dieser Thematik machen.
    Wie ein LionT, der schon viel zu lange in der „Szene“ ist und sie mitgestaltet, um noch davon sprechen zu können, dass er noch jung und unerfahren ist, scheint ein PewDiePie gefangen zu sein in der eigenen Blase gepaart mit Tunnelblick und einem Wissensstand rund um das Thema Öffentlichkeit und Privatsphäre, der gegen Null geht.

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